Eine gute Lokalisierung beginnt mit der Frage: Was soll die Nutzerin hier erreichen, und welches Gefühl soll sie dabei begleiten? Erst dann folgen Wortwahl und Syntax. Ein Button wie „Los geht’s“ kann in manchen Märkten zu vage sein, während „Jetzt Workout starten“ unmittelbare Klarheit schafft. Kontextnotizen im Briefing verhindern Missverständnisse, sparen Korrekturschleifen und machen die kleinsten Texte zu den verlässlichsten Navigationshilfen.
Zeichenlimits sind real, aber kein Grund für kryptische Abkürzungen. Plane Expansionen von 20 bis 30 Prozent für Sprachen wie Deutsch oder Russisch ein, ohne Bedeutung zu verlieren. Setze kurze Sätze, klare Verben und konkrete Substantive ein. Nutze aktive Sprache, vermeide Nominalstil und reduziere Füllwörter. Teste Lesbarkeit direkt im Interface, nicht nur im Dokument. So bleibt der Rhythmus leicht, selbst wenn Zeilen umbrechen oder Schriften variieren.
Die Art der Anrede prägt Vertrauen. In Deutschland kann „Du“ nahbar und dynamisch wirken, während „Sie“ Seriosität betont. In Frankreich unterscheidet „tu“ und „vous“ Kontexte, Beziehungen und Erwartungen. Definiere klare Regeln, aber erlaube Ausnahmen für Support, Warnungen und rechtlich relevante Hinweise. Passe auch Verbformen, Imperative und Höflichkeitsformen an. So bleibt die Markenstimme konsistent, ohne kulturelle Erwartungen zu unterlaufen.
Plane vorausschauend: Buttons brauchen flexible Breiten, Labels sollten in zwei Zeilen elegant umschlagen, und Tooltips dürfen keine essenziellen Infos verstecken. RTL-Sprachen verlangen spiegelverkehrte Layoutlogik, inklusive Pfeilen, Fortschrittsindikatoren und Icons. Teste Pseudolokalisierung mit Dehnung und Akzenten, um harte Schnitte aufzudecken. So bleiben Kernaussagen lesbar und navigierbar, selbst wenn Begriffe länger werden oder Schriftarten unterschiedliche Laufweiten besitzen.
Leere Zustände, Ladeanzeigen und Fehlerhinweise sind hochsensible Kontaktpunkte. Vermeide Schuldzuweisungen, erkläre Ursachen knapp und biete klare nächste Schritte. Nutze konsistente Verben und Statuswörter, damit Nutzerinnen Muster erkennen. Lokalisierte Microcopy sollte Systembegriffe des jeweiligen Markts spiegeln, etwa bei Zahlungsmitteln oder Berechtigungen. So wirken selbst unerfreuliche Momente wie Ausnahmen und nicht wie Barrieren, die Vertrauen zerstören.
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